Traditionelle Chinesische Medizin TCM
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Definition und Geschichte

Die sog. Traditionelle Chinesische Medizin (abgekürzt TCM) ist eine umfassende empirische (= Erfahrungs-) Naturheilkunde, die über mehr als zwei Jahrtausende entstand und auch heute noch weiter entwickelt wird. Die TCM ist die am weitesten verbreitete Medizin und wird heute praktisch auf allen Kontinenten praktiziert.


Die heutige (moderne) TCM

Die heute so genannte TCM ist eine vereinfachte und zusammengefasste Version der Chinesischen Medizin, die in den 1950er-Jahren der chinesischen Kulturrevolution auf Anordnung von Mao Tse Tung neu strukturiert wurde.

Die CM wurde nicht nur in China praktiztiert; sie bekam z.B. auch in Japan oder in Korea wichtige Impulse, Erweiterungen und Verbesserungen.

Die TCM hat sowohl in Akutfällen wie auch in chronischen Fällen enorm viel zu bieten; sie ist zwar keine Allheilmedizin, aber immerhin eine gute, schöne, günstige und wirkungsvolle Medizin.


YIN und YANG: die Polarität aller Dinge

Eine der Besonderheiten der TCM ist das Wissen von der Polarität aller Dinge. Diese beiden (sich ergänzenden) Pole tragen die Namen YIN und YANG. Dazu eine Tabelle:


YANG-Qualitäten - YIN-Qualitäten

warm - kalt
steigend - sinkend
ausbreitend - zusammenziehend
oben - unten
weiss - schwarz
hell - dunkel
gebend - empfangend
wachsend - vergehend
belebt - ruhig
laut - still
schnell - langsam
akut - chronisch
ungerade (Zahl) - gerade (Zahl)
links - rechts
Himmel - Erde
Sonne - Mond
Mann - Frau
QI (Funktion) - Blut (Substanz)
Rücken - Bauch
Hohl-Organ - Voll-Organ


In der TCM ist das Wissen von YIN und YANG für die Therapie direkt anwendbar. Das Ziel dabei: YIN und YANG in Menge und Qualität zu verbessern und (wieder) in Harmonie zu bringen.

Eine weitere Besonderheit der TCM: Das Wissen vom Fliessen der Energie (dem sogenannten "QI") in den "Leitbahnen", den sogenannten Meridianen des Körpers.


Das QI, die fliessende Lebensenergie

Die Lebensenergie des Körpers trägt den allgemeinen Namen "QI" (ausgesprochen "dschii"). Es gibt verschiedene Arten von QI; z.B. ein Magen-QI, ein Herz-QI, aber auch ein Nähr-QI, ein Abwehr-QI (Immunsystem-Energie), ein Quellen-QI, usw.

QI ist lebendige Energie; es ist daran erkennbar, dass etwas "lebt, bewegt und funktioniert". In einem gesunden Körper fliessen das QI, das Blut und die Säfte. Die günstige Beeinflussung des QIs ist das grundsätzliche Ziel in der TCM, denn:

Wenn das QI frei fliesst, ist der Organismus gesund,
wenn es stagniert, wird er krank oder stirbt sogar
.

Unsere Lebensweise beeinflusst die QI-Qualität direkt! Mit anderen Worten: wir bestimmen selber, wie gesund oder krank wir sind!... wenn wir uns zu oft exzessiven Zuständen aussetzen (körperlich, seelisch und geistig!) wird unsere Gesundheit früher oder später negativ darauf reagieren.

Wer lernt, sein eigenes QI positiv zu führen und zu pflegen, kann viel für seine oder ihre Gesundheit tun, und zwar ohne ein Gramm Medikamente. In diesem Sinne ist die TCM auch eine echte Präventivmedizin!

Weitere Besonderheiten der TCM sind das Wissen von den gesundheiltlichen Wirkungen der Emotionen und des Geistes, die präzise Diagnostik (inkl. Zunge und Puls), sowie die Methoden Akupunktur, Moxa und QI GONG (mehr dazu weiter unten).


Ausgewählte TCM-Behandlungsmethoden

QI GONG

QI GONG heisst übersetzt: Energie-Arbeit, oder QI-Übung (QI heisst Energie). Das ist eine Methode, die mittels körperlicher und geistiger Bewegung und / oder Ruhe den QI-Fluss im Körper harmonisiert und stärkt. Dies fördert die Gesundheit von Körper, Seele und Geist. Wer mit dem QI verbunden lebt, kann nicht erkranken.

QI GONG dürfte also ohne Übertreibung als die Therapiemethode schlechthin bezeichnet werden. Je früher QI GONG eingesetzt wird, desto besser und baldiger der Erfolg. QI GONG kann zu einer Lebensweise (und -weisheit) werden.


Akupunktur

nennt man das schmerzfreie "Setzen" von sehr feinen Akupunkturnadeln an Körperstellen (sog. Akupunktur-Punkten), wo das QI günstig beeinflusst werden kann. Diese Punkte liegen auf unsichtbaren "Bahnen", den sog. Meridianen. Jedes Organ hat rechts und links (symmetrisch) am Körper einen eigenen Meridian: einen Herz-Meridian, Leber-Meridian, usw.

Bei Krankheit ist der QI-Fluss im Körper (in den Meridianen) gestört und aus der Balance. Eine solche QI-Stagnation kann als Missempfindung oder als Schmerz spürbar sein. Wenn das QI wieder besser fliesst, wird der Körper gesund und wohl.

Nach dem Prinzip von YIN und YANG wird mit den Nadeln sediert (= vermindert oder abgeleitet), wo es eine Fülle gibt, und tonisiert (= vermehrt oder aufgefüllt), wo es eine Leere gibt. Es kann auch neutral genadelt werden.


MOXA (oder Moxibustion)

Moxa gehört zur Akupunktur und ist eine Wärmetherapie bei der getrocknete Kräuter (Beifuss) nahe der Haut verglüht werden und so angenehme und heilsame Strahlungswärme in den Körper bringen; Moxa ist eine Reiz-Therapie an der Haut, die aufbauend (tonisierend, belebend, wärmend) oder zerstreuend (z.B. nach starker Kälte-Einwirkung) wirkt.


Kräuterheilkunde

Kräuterheilkunde (sog. Phyto-Therapie). Innerliche oder äusserliche Anwendung von Chinesischen Kräutern, Mineralien und tierischen Produkten. Chinesische Kräuter werden in Europa sowohl roh-getrocknet angeboten (wie in China), als auch als Granulat, Tablette, Tinktur oder Dekokt verabreicht.

Es gibt eine riesige Anzahl von Kräutern und speziellen Rezepturen für alle möglichen Krankheits-Zustände. Es gibt Rezepturen für akute und für chronische Fälle. Sehr effektiv sind auch die in der Dermatologie äusserlich angewandten Waschungen, Kräuterkompressen und -Salben.


Ernährungsberatung, nach den 5 Wandlungsphasen

Ernährungsberatung nach den 5 Wandlungsphasen (oder 5 Elementen), berücksichtigt die individuelle Konstitution der Patientin. Eine TCM Ernährungsberatung wird also für jede Person ganz individuell erstellt.

Auch mit unseren einheimischen Lebensmitteln kann diese Ernährungslehre angewandt werden. Im Besonderen werden Geschmack, Wirkrichtung und Temperaturwirkung der Lebensmittel beachtet.

Die TCM-Ernährung kann den Stoffwechsel und die Ausscheidung spürbar verbessern, weil sie auf die individuelle Energetik des Patienten abgestimmt ist.


TUI NA

Vielfältige Massagepraktiken mit speziellen Griffen und Drucktechniken. Es wird auch geklopft, gerieben, gestrichen. Für bestimmte Schmerzsyndrome eine sehr gute Therapieform.


Schröpfen

Schröpfen (trocken oder blutig), eine Reiz- und Ausleitungs-Therapie. Die sog. Schröpfköpfe erzeugen ein Vakuum auf der Haut, so dass das Blut in der Haut an die Oberfläche kommt: ein Hämatom entsteht.

Oft an Rücken und Schulter ausgeführt, aber auch an vielen anderen Stellen möglich. Schröpfen kann sowohl einen aufbauenden (tonisierenden), als auch einen zerstreuenden (sedierenden) Effekt haben.


Ausgewählte TCM-Diagnose-Techniken

o Konstitutions-Diagnose: beurteilt mittels eines ausgeklügelten Fragesystems die Energie und den Stoffwechsel, sowie die Reaktionsweise des Körpers

o Zungen-Diagnose: beurteilt die Zungenkörper-Form und -Farbe, sowie die Dicke und die Farbe des Belages. Auch Risse und Zahnabdrücke haben ihre Bedeutung.

o Puls-Diagnose: richtet sich nach den 28 verschiedenen Puls-Qualitäten, die sehr genau beschrieben sind. Der Puls wird an je drei Stellen am Handgelenk getastet. Man kann aber auch andere Stellen zur Beurteilung hinzuziehen (am Fussgelenk, am Hals).


Anmerkung zur TCM

Eine Besonderheit der TCM ist, dass sie äussere Krankheits-Faktoren (Klimaeinflüsse, z.B. Kälte oder Zentralheizung) von inneren Krankheits-Faktoren (psychische und mentale) unterscheiden und behandeln kann. Bei bestimmten Krankheitsbildern ist sie deutlich wirksamer und gleichzeitig schonender als die Schulmedizin.


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